Explosive Schönheit…… Stromboli!

Wer an der tyrrhenischen Küste lebt oder urlaubt und ihn täglich sieht, der will früher oder später hin – so sind wir wohl gestrickt…Und einmal dort gewesen, neigt manch Eine/r dazu Suchtcharakter zu entwickeln: Sehnsucht nach Stromboli. Immer wieder richtet sich der Blick vom Festland aus auf diesen dunklen, rauchenden und beinahe perfekt geformten Kegel mitten im Meer, folgt dem Rauch aus dem Krater, der an manchen Tagen lange rote Schleier über dem Wasser zieht  und an anderen weiße Puffwolken-Kränzchen über dem Gipfel bildet. Und wenn im Sommer  die Sonne beim Untergehen mitten in die Vertiefung des Kraters zu fallen scheint, richtet sich auch der abgeklärteste Blick auf den Vulkan…

IMG_20160609_1539341 1/2 Stunden dauert die Fahrt mit dem Schiff vom Hafen von Tropea aus, und ist heute nachmittag ein Genuss – das Meer, nicht selten wild und gefährlich, ist heute still und glatt, tiefblau und schäumend weiß, wo der Bug es teilt. Eine schöne Fahrt, auch wenn wir heute nicht, wie an vielen anderen Tagen, von Delphinen begleitet werden.

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Primavera und der Sommer übt

5 Monate ohne Blog-Eintrag – shame! Wie konnte es dazu kommen, frage ich mich und schaue staunend auf die Zeit, die früher zu dauern schien und immer schneller zu vergehen scheint. Binsenwahrheit, ja….

Ich schiebe die Schuld auf Kalabrien, und das ist leicht. War doch der Winter nicht so leicht, wie man ihn sich woanders vorstellt – kalte Stürme tobten vom Meer über die Berge, Regenmassen brachten die Hänge ins Rutschen, tief hingen die Wolken über unserem Berg und bescherten manchmal eine Sicht, die an Nebeltage in England erinnerte. Januar, Februar, März: kaum ein Kalabrese, der nicht sagt: brutto! (scheußlich). Ja, gelegentlich scheußlich waren diese Monate, sind doch die Häuser mehrheitlich für den Sommer gebaut (wie unseres), gehört doch das Frieren zum Alltag ebenso wie der Kampf um ein bisschen anhaltende Wärme mittels aufgestellter Camping-Öfen. Das Isolieren von Häusern gehört definitiv nicht zu den Stärken der Kalabresen:)). Vielleicht weil der Sommer so lang und heiß ist, dass man prompt vergisst, dass es auch empfindlich anders sein kann?

Dann wieder helle Tage, an denen man sofort hinausgezogen wird in die wärmende Sonne, an denen ich Jubelfotos von sonnigen Strandtagen nach Deutschland geschickt habe. Dass kaum ein Tourist sich im Winter hierher verirrt, tut sein Zusätzliches zur Weltabgeschiedenheit des wilden Südens… Keiner schien sich für uns zu interessieren, und die „Welt“ war weit weg. Bloggen?!

Vorbei – der Frühling zog mit Macht und Farbexplosionen über das Land, Himmel und Meer verschmolzen zur unendlichen blauen Einheit – reines Blau traf auf sattes Grün.

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Mittlerweile wird das erste Getreide reif, die Olivenbäume haben ihre Blüte hinter sich und nun bleibt das Hoffen, dass der Wettergott gnädig sei und die kleinen Früchte bis Oktober beschützt und wachsen lässt. Und ich besuche meine Lieblingsbäume: diesen Monat den Maulbeerbaum. Dass der Maulbeere nachgesagt wird, dass sie nicht nur gut ist gegen Halsschmerzen und Diabetes, Arteriosklerose, bakterielle Infektionen, Krebs und vieles mehr, und dass sie nicht nur eine der sogenannten „Superbeeren“  sondern auch eine perfekte „Anti-Aging-Frucht“ ist, schmälert ihren feinen Geschmack nicht – im Gegenteil…..IMG_20160529_112719

 

 

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Weihnachten…

Hinlänglich bekannt: Kalabrien ist arm. Geld gibt es, aber es ist in wenigen Händen, und das ist offensichtlicher als in vielen anderen Teilen Europas.

Dafür gibt es an Weihnachten im Schlechten das Gute:  das Wetter, die herrliche Landschaft und die kleinen anrührenden weihnachtlichen Szenen, die in den Dörfern gebastelt werden – eine Art Balsam für konsummüde „Weihnachtsmuffel“ aus überbelichteten Großstädten… 3 Tage vor Weihnachten fahre ich von Tropea und einem mittäglichen Sonnenbad hinauf auf den Hausberg, den Monte Poro….

IMG_20151221_131556_5 Am Strand von Tropea – Stille, ein paar Fischerboote und ein Schwimmer zieht seine Bahnen…

IMG_20151222_141551und von dort aus hinauf in 600 m Höhe, vorbei an einer einsamen Ziegenherde am Wegrand… Weiterlesen

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Am schönen Ende Italiens…

Nicht weit ist es von den steilen Klippen und kleinen Buchten Tropeas bis zur ionischen Küste und weiter bis ans schöne Ende des Stiefels. Eine ausnahmsweise gut ausgebaute Straße durchschneidet das Gebirge und nach knapp 40 Kilometern öffnet sich der Horizont zum ionischen Meer. Leere, schier endlos lange Sandstrände, kleine griechisch anmutende Ortschaften mit eng aneinander gebauten Häuserzeilen rechts und links der Straße und immer wieder der Blick in die Weiten des Aspromonte: grüne Hänge, tiefe Schluchten, riesige bizarre Felsformationen. Weiterlesen

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Idyllische Orte und idyllische Ferienhäuser…

Für all die, die der Trubel an „Ferragosto“ vielleicht abgeschreckt hat, für die wirklichen Individualisten und die stille-Idyll-Sucher ein Ort, an dem ihre Sehnsüchte auch in der Hochsaison in Kalabrien erfüllt werden: Joppolo. Weiterlesen

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Ferragosto!!

Man nehme eine Prise  weihnachtliche Familienzusammenführung,  dazu die Feuerwerke, den Überschwang, die Feierfreudigkeit von Sylvester, mische das Ganze mit heißen Temperaturen, füge die Anwesenheit ALLER sonst im Ausland lebenden Kalabresen hinzu, fülle die Strände mit Menschenmassen wie in Rimini und die Straßen mit Autokolonnen wie in einer deutschen Großstadt zu Stoßzeiten und erhält: FERRAGOSTO. Weiterlesen

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Che caldo fa….!

IMG_20150717_161239_2Ich habe eine Schwäche für Ausnahmezustände. Früher gab es in Deutschland noch diese Winter, in denen alles unter einer leisen weißen Decke versank und nichts mehr funktionierte. Das fand ich schön. Juli/August in Kalabrien ist auch ein Ausnahmezustand, denn es ist heiß. Sehr heiß. Nicht ein paar Tage, sondern zunehmend seit Wochen. Manchmal scheint es, dass es heißer eigentlich nicht werden könnte. Weiterlesen

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Der Atem der Vergangenheit

In der „Wildnis“ – das verlassene Dorf von Papaglionti

IMG_20150421_145618Es gibt viele verlassene Dörfer in Kalabrien – Abwanderung, Erdbeben und Schlammlawinen im Winter vertrieben die Menschen oder ließen das Dorf langsam aussterben. Und doch scheint es manchmal, als hätten die Menschen etwas zurückgelassen, schwingt noch etwas von der alten Stimmung, eine Ahnung, in der Atmosphäre. Berühmt sind manche Dörfer im Aspromonte – beispielsweise „Pentedattilo“ – ganz im Süden Kalabriens, dort wo das Festland zu Ende ist. Aber auch bei Tropea gibt es einige – Briatico vecchio oder Papaglionti vecchio. Die Straßen, die hinführen, sind meist verfallen, und manche der alten Orte erreicht man nur zu Fuß – wie früher. Glücklicherweise habe ich eine Freundin hier, die Wanderführerin ist…. Weiterlesen

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